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Sicherer Umgang mit Nanomaterialien am Arbeitsplatz
in Mittel- und Kleinbetrieben der Metallbranche

Über den Umgang mit Gefahren bei der Arbeit mit Nanopartikeln im Rahmen der Prävention gibt es bisher nur ansatzweise gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse. Es bestehen somit noch diverse offene Fragestellungen. Dies betrifft z.B. welche Risiken eine kurze Spitzenbelastung birgt und wie ist diese zu bewerten. Auch weitere Fragen, wie der Umgang mit einer Langzeitbelastung, Korrelation mit anderen Einwirkungen und Belastungen, wie etwa Feinstaub oder Krankheiten, wie z.B. Bronchitis sind noch nicht vollständig beantwortet. Soweit diese Fragen noch offen sind ist die Erstellung einer gesicherten Maßnahmenkatalogs entsprechend geübter betrieblicher Praxis im Umgang mit Gefahrstoffen erschwert. So stellt sich derzeit die Frage der Ersatzstoffalternativen bei der Nanotechnologie anders, als bei den sonstigen praxiserfahrenen Technologien.

Ziel des Projektes ist es, handlungsorientierte Empfehlungen zu erarbeiten, die insbesondere mittelständische und kleine Unternehmen der Metallbranche dazu befähigen, in der aktuellen Phase eines eingeschränkten Wissens über die gesundheitlichen Auswirkungen von Nanopartikeln auf die Beschäftigten die betriebliche Praxis des Arbeitsschutzes zu ertüchtigen.

Das Projekt wird seine Erkenntnisse nach dem Produktlebenszyklus orientieren und somit folgende Arbeitsbereiche differenziert berücksichtigen:

  • Labor / Forschungsbereiche
  • Prototypenentwicklung und –produktion
  • Serienproduktion, alternative Produktionsverfahren
  • Wartung von nanobeschichteten Produkten
  • Instandsetzung von nanobeschichteten Produkten
  • Recycling von nanobeschichteten Produkten.

Derzeit sind die folgenden Messverfahren in der betrieblichen Praxis verfügbar:

  • Kondensationskeimzähler (CPC)
  • Aerosol-Massenspektroskopie und Elektronenmikroskopie
  • Nano-Aerosol-Sampler (NAS)
  • Fast mobility particle sizer (FMPS)
  • Scanning mobility particle sizer (SMPS)
  • Röntgenanalyse

Die Messgrößen und Grenzwerte zur wirkungsbezogenen Beschreibung von Nanopartikeln sind noch nicht abschließend ermittelt. Zudem sind stationäre Geräte zur Messung der Partikelanzahl bzw. der Oberflächenkonzentration der Nanopartikel in der Luft am Arbeitsplatz kostenintensiv, sehr aufwendig, nicht standardisiert und nicht validiert. Die Vergleichbarkeit von Messungen ist nur bedingt gegeben, da keine Standardisierung vorliegt.

Für eine valide Gefährdungsbeurteilung werden im Rahmen des Projekts zunächst Messungen von Nanopartikel/Ultrafeinstaub mit spezifischer Messtechnik durchgeführt und auf Ihrer Einsatzfähigkeit in den differenzierten Arbeitsbereichen des Produktlebenszyklus unter betrieblichen Bedingungen vergleichend überprüft.

Diese Messungen werden vom Projektteam organisiert und vom messtechnischen Dienst der BG durchgeführt. Die Auswertung dieser für die Gefährdungsbeurteilungen erforderlichen Messungen erfolgt dann in enger Abstimmung zwischen BG und Projektteam. Im Rahmen des Projektes soll darüber hinaus eine erste Prüfung auf Erweiterung des PIMEX-SYSTEM-Verfahrens auf Arbeitsplätzen mit Nanomaterialien erfolgen und nach Möglichkeit pilothaft erprobt.

Das beantragte Projekt hat die Zielsetzung, potenzielle Nanorisiken am Beispiel konkreter Projekte von Mitgliedsunternehmen der BG aufzudecken, die entstehenden Gefährdungen zu dokumentieren und zu untersuchen sowie Empfehlungen an andere Betriebe hinsichtlich erforderlicher Arbeitsschutzmaßnahmen zu erarbeiten und vorzustellen.

Zu den zu untersuchenden erforderlichen Schutzmaßnahmen gehört zum Beispiel die Bindung der Nanomaterialien etwa in Pellets oder Pasten anstatt in Pulver.

Somit kann mit den Ergebnissen des Projekts der Anforderung, erforderliche Arbeitsschutzmaßnahmen im Umgang mit Nanomaterialien durchzuführen, letztendlich nachgekommen werden. So wird z.B. im Leitfaden für Tätigkeiten mit Nanomaterialien am Arbeitsplatz, (baua / VCI, 2007, s.o.) ausgeführt: „Der Arbeitgeber hat bei der Beurteilung der für die Beschäftigten mit der Arbeit verbundenen möglichen Gefährdung festzulegen, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes durchzuführen sind.“ Es wird im Rahmen des Projekts anhand von Beispielen aufgezeigt, wie unter Berücksichtigung von risikoreduzierenden Arbeitsschutzmaßnahmen mit Nanomaterialien in der betrieblichen Praxis umgegangen werden kann.

Derzeit ist noch keine Kennzeichnung von Produkten im Hinblick auf ihren Gehalt an Nanopartikeln vorgeschrieben. Dennoch ist im Rahmen des Projekts vorgesehen, diesbezügliche Empfehlungen einzubeziehen.

Am Projekt werden etwa 3 Betriebe (KMU) ausgewählt in Abstimmung mit der BG beteiligt. Dabei wird im Rahmen des Projekts eine mit betrieblichen Beispielen unterstützte Handlungsanleitung auf der Basis eines zu entwickelnden Verfahrens für KMU als Begleitung bei der betrieblichen Einführung von Nanotechnologien erarbeitet.

Durch die Einbeziehung in das Projekt von mehreren Betrieben wird die Verallgemeinerung gesichert. Gefährdungsbeurteilungen werden für alle Prozessschritte vom Labor bis zum Produktrecycling erstellt und somit allgemeingültig dokumentiert.

Außerdem sollen die Projektergebnisse für pilothafte Schulungen nutzbar gemacht werden. Im Rahmen des Projekts sollen für die am Projekt beteiligten Beriebe jeweils getrennte pilothafte Schulungen nach den Zielgruppen aus den eingangs genannten betrieblichen Arbeitsbereichen durchgeführt und evaluiert. Darüber hinaus wird je eine pilothafte Schulung für die BG-Präventionsmitarbeiter sowie für Versicherte von Mitgliedsbetrieben, die nicht Projektbetriebe sind.