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Sicherer Umgang mit Nanomaterialien am Arbeitsplatz
in Mittel- und Kleinbetrieben der Metallbranche

Nanotechnologie ist eine Zukunftstechnologie. Es stellt sich die Aufgabe, in allen Phasen der derzeit sich vollziehenden Implementierung dieser Technologie in die betriebliche Praxis präventive Maßnahmen des Arbeitsschutzes einzubeziehen. In Studien der Sachversicherer wurde in Portfolio-Analysen die Notwendigkeit auf die Fokussierung auf mögliche berufsbedingte Erkrankungen festgestellt.

Quelle: „NanoRegulation“ Konferenz 2005 in St. Gallen

Darüber hinaus versagt in der heutigen betrieblichen Praxis die Anwendung der Methoden für die Gefährdungsanalysen bei Arbeitsplätzen, bei denen die Nanotechnologie eine Rolle spielt.

Im Zusammenhang mit Nanomaterialien bestehen sogar Analogien zur Asbest-Thematik. Im Umgang mit Asbest ist eine „normale“ Risikobetrachtung möglich, da die Stoffeigenschaften und Wirkungen dieses Stoffes inzwischen bekannt sind. Darüber hinaus ist eine Substitution möglich. Außerdem ist eine Exposition bekannt und messtechnisch ermittelbar. Aus diesem Grunde bestehen beim Umgang mit asbesthaltigen Materialien Kenntnisse über das Ausmaß der Risiken und den Umfang der benötigten Schutzmaßnahmen.

Im Umgang mit Nanomaterialien hingegen ist das Wissen zu schädigenden Wirkungen gar nicht oder nur begrenzt abgesichert oder vorhanden. Eine Substitution ist derzeit nicht darstellbar. Bislang liegen nur Hinweise auf möglicherweise schädigende Wirkung vor. Im Gegensatz zum Asbest ist hier eine Messbarkeit der Auswirkungen nur begrenzt gegeben, die Partikelgröße wird in den Labors neu definiert und ausprobiert.

Gesamtwirtschaftliches Ziel ist es allerdings, der Entwicklung der Technik nicht mit dem Arbeitsschutz im Wege zu stehen, sondern in der heutigen Phase eines eingeschränkten Wissens konstruktiv und präventiv zu begleiten.

Dies bedeutet aber auch, dass ein mögliches Risiko angenommen wird und entsprechende Schutzmaßnahmen im Vorsorgeprinzip notwendig sind.

Die Bundesregierung hat Ende des Jahres 2008 die Nanotechnologie als Zukunftstechnologie bestimmt, es werden umfangreiche Programme zur Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in diesem Wissensgebiet realisiert. Hinsichtlich des verantwortlichen Umgangs mit Nanomaterialien ist ein Prinzipienpapier aus der ersten Runde des Nanodialogs der Nanokommission der Bundesregierung. U.a. kann dieser Bericht und die internen Leitfäden von Unternehmen (z.B. BASF, Bayer Material Science, Evonik usw.) sowie die allgemeinen Richtlinien des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) als gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse herangezogen werden.

Es kann davon ausgegangen werden, dass in den nächsten fünf Jahren annähernd jeder industrielle Arbeitsplatz direkt oder indirekt mit Nanopartikeln in Berührung kommt.

Im Rahmen des Projekts sollen Aktivitäten im Bereich von anderen Nano-Forschungsprojekten hinsichtlich betrieblichen Arbeitsschutz (z.B. von DGUV, BauA und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), NanoCare – INOS – TRACER, sowie des VCI) einbezogen werden. Bestehende Erkenntnisse in Bezug auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz fließen somit in das beantragte Projekt ein.

Die Firma SCHEER Heizsysteme & Produktionstechnik GmbH hat im Rahmen einer BMBF-Ausschreibung den Zuschlag erhalten, angewandte Nano-Forschung für die SCHEER-Produkte in Bezug auf Nano- Beschichtungen durchzuführen. Das Projekt hat am 01. März 2010 begonnen mit zweijähriger Laufzeit und befasst sich mit der Nano-Beschichtung in Temperaturbereichen bis hin zu 1500°C.

Das Projekt ist ausgelegt auf eine Dauer von drei Jahren.

Mehr zu dem Thema
BMU - Berichte und Empfehlungen aus der ersten NanoDialog-Phase 2006-2008
BMU - Verantwortlicher Umgang mit Nanotechnologien
BAUA - Leitfaden für Tätigkeiten mit Nanomaterialien am Arbeitsplatz
BAUA - Forschungsstrategie "Nanotechnologie"